Die wahre Natur hat kein Display.

„Warum hängst du hier?“

C. entspannt in einer Hängematte im Grünen und genießt die Ruhe in der Natur.

„Au, da hängt einer.“

Marina hatte den Satz kaum ausgesprochen, da war für mich eigentlich schon klar: Da muss ich hin. 😄

Wir waren mit Sammy unterwegs, und ein Stück abseits des Weges hing tatsächlich jemand in seiner Hängematte. Also bin ich rüber und habe ihn ziemlich direkt gefragt:

„Warum hängst du hier?“

Er schaute mich erst einmal etwas überrascht an. Und dann kamen wir ins Gespräch. Aus ein paar Minuten wurde fast eine Stunde.

Ich nenne ihn hier nur C. – das habe ich ihm versprochen.

C. hat eine schwere Zeit hinter sich. Mehr möchte ich darüber gar nicht erzählen. Nur so viel: Er will wieder nach vorne schauen, fitter werden und hat für sich etwas gefunden, das ihm dabei guttut.

Rausgehen. Natur. Ruhe. Und seine Hängematte.

Er hängt sie dort auf, wo es möglich ist, gerne irgendwo am Berg, ein Stück weg vom Trubel.

Irgendwann kamen wir auf das Handy zu sprechen. Darauf, dass wir heute ständig auf irgendwelche Displays schauen und gleichzeitig davon erzählen, wie sehr wir die Natur genießen.

Und dann sagte C. diesen Satz:

„Die wahre Natur hat kein Display.“

Wenn C. dort liegt und in die Natur schaut, entdeckt er Dinge, die andere vielleicht gar nicht sehen: ein Herz, einen Pokal und sogar einen Mittelfinger.

Ich fragte ihn, ob ihm das jemand gezeigt habe. Nein, sagte er. Er habe es selbst entdeckt – und inzwischen zeigt er es auch anderen.

Vielleicht ist genau das der Unterschied: nicht nur hinschauen, sondern wirklich sehen.

Danke, C., für diese Begegnung.

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Was macht ihr hier eigentlich in Norwegen?