Was macht ihr hier eigentlich in Norwegen?

Meli, Markus und Luis sind fünf Wochen mit dem Camper durch Skandinavien unterwegs.

Meli, Markus und ihr Sohn Luis vor ihrem Wohnmobil während ihrer Reise durch Skandinavien.

Meli, Markus und Luis – fünf Wochen unterwegs durch Skandinavien.

Was macht ihr hier eigentlich in Norwegen?

Das wäre wahrscheinlich meine erste Frage gewesen, wenn wir uns irgendwo dort oben zufällig am Camper getroffen hätten.

Haben wir aber nicht.

Also habe ich Meli einfach aus der Ferne gefragt.

Sie ist mit ihrem Mann Markus und Sohn Luis unterwegs. Fünf Wochen. Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen. Das Nordkapp war schon lange ein Traum von Meli und Markus.

Und wenn man schon einmal da hochfährt?

„Wenn schon, denn schon.“

So hat Meli es geschrieben.

Was sie dort oben wollen, klingt wesentlich unspektakulärer als ihre Reiseroute:

Natur. Wenige Menschen. Raus aus dem Alltag. Keine Termine und Verpflichtungen.

Und vor allem selbst entscheiden, wo sie hinfahren, wann sie bleiben und wann es weitergeht.

Das gefällt mir.

Natürlich haben sie inzwischen trotzdem eine ganze Menge gesehen. Öland mit dem Fahrrad, Stockholm, das Vasa-Museum, Rovaniemi, das Nordkapp, Tromsø, Wasserfälle, Fähren, Inseln.

Aber bei der Frage nach dem schönsten Moment werden die Antworten plötzlich ziemlich persönlich.

Für Meli war es Katthult, der Drehort von Michel aus Lönneberga.

Kindheitserinnerungen, schönes Wetter und Zimtschnecken.

Da wäre ich sofort dabei gewesen.

Ich hätte wahrscheinlich erst einmal geschaut, ob Alfred irgendwo in seiner Werkstatt sitzt.

Luis hat einen ganz anderen Lieblingsmoment.

Er hat seinen ersten Fisch gefangen.

Einen Kabeljau.

Und Markus?

Rentiere und Elche.

Einfach draußen, in freier Wildbahn.

Dazu kamen diese Momente, die man schlecht planen kann: Wale im Meer beim Angeln, Rentiere am Straßenrand und immer wieder diese Landschaft, in der selbst ein Wohnmobil plötzlich ziemlich klein aussieht.

Wohnmobil in weiter grüner Berglandschaft in Norwegen vor einem großen felsigen Berg.

Manchmal wirkt selbst ein Wohnmobil ziemlich klein.

Natürlich läuft auch auf fünf Wochen Skandinavien nicht alles wie im Prospekt.

Markus übersah beispielsweise eine Bodenwelle.

Oder sagen wir: Er bemerkte sie etwas spät.

Das Wohnmobil ging mit ordentlich Schwung drüber, der Fahrradträger setzte auf und drinnen flog erst einmal alles durch die Gegend.

Auch solche Geschichten bleiben hängen.

Meli hat mir noch ein paar Reisetipps mitgeschickt.

Einer davon war:

Viel Essen mitnehmen. Norwegen ist arschteuer.

Kann man vermutlich so stehen lassen.

Der zweite ist für Camper fast noch wichtiger:

Vor der Fahrt die Toilette leeren.

Meli hat dafür auch eine Begründung geliefert. Ich erspare die Einzelheiten. Nur so viel: norwegische Straßen können holprig sein und zu einem strengen Raumklima führen.

Vor den engen Straßen müsse man dagegen keine Angst haben.

Und wenn sie die Reise noch einmal machen würden?

Sofort.

Nur nicht mehr in fünf Wochen.

Meli sagt heute, dass sie an vielen Orten gerne zwei oder drei Tage geblieben wäre, statt schon am nächsten Morgen weiterzufahren.

Beim nächsten Mal wären es deshalb eher zwei Monate.

Und vielleicht ist das die beste Antwort auf meine ursprüngliche Frage.

Was macht ihr hier eigentlich in Norwegen?

Im Moment offenbar genau das, weshalb sie losgefahren sind.

Ihr eigenes Tempo finden.

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